Geschichtensucher (er)finden ein großes Neubrandenburger Erzählbild

Regina Raderschall
Margarete Heydolph

Drittklässler sammeln ein Jahr hindurch Szenen und Geschichten für ein großes Erzählbild ihrer Stadt. Auf diesem Bild gibt es für den Betrachter eine Fülle von Einzelheiten und gleichzeitig ablaufenden Geschehnissen aus den entstandenen Texten zu entdecken.

 

Warum ein Bild als Anreiz? Malen und zeichnen tun die meisten Kinder in diesem Alter gern, schreiben nicht unbedingt. Da gibt es bei vielen Hemmschwellen, das „riecht“ zu sehr nach Schule, Arbeit, Anstrengung. Und genau die Kinder, die solche Vorbehalte haben, will das Projekt erreichen.

Die künstlerische Anbindung stellt einen starken Schreibanlass her. Wesentlicher als Schreibtechniken zu erlernen, ist die Entdeckung der Schreib- und Leselust. Das Projekt soll Freude bringen und Neugier wecken. Im Vordergrund steht die Freiwilligkeit, das Angebot, der Prozess, nicht etwa eine zu errichtende „Schreibschule“.

Dem Spiel wird viel Raum gegeben.

In den 11 Workshops des ersten Halbjahres bis zu den Sommerferien (25.7.-3.9.16) werden die Texte erarbeitet, wobei zeitgleich erste Skizzen für das Erzählbild entstehen. Im Sept./Oktober folgen 3 Workshops, in denen das Erzählbild als Ganzes erarbeitet wird. Der 15. Workshop im Spätherbst dient der Vorbereitung auf die Abschlussveranstaltung im Dezember, auf der das Bild in schwarz/weiß sowie das Buch mit den Texten präsentiert werden.

 

 

Die Workshops werden größtenteils im Brigitte-Reimann-Literaturhaus stattfinden. Die Kinder kommen hier an einem Ort zusammen, der sich auf verschiedenste Weise mit Literatur beschäftigt. In der Dauerausstellung erfahren sie etwas über die Schriftstellerin Brigitte Reimann, die als Kind auch Märchen geschrieben hat. Durch das Archiv des Hauses, das literarische Nachlässe, u. a. von Brigitte Reimann und Hans Fallada, aufbewahrt, wird ihnen deutlich, welchen Wert originale Manuskripte und Briefe haben.

Regina Raderschall (Jahrgang 1956) kommt ursprünglich aus Berlin. Nach dem Germanistik / Publizistik – Studium arbeitete sie als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache in Athen und betreute benachteiligte Jugendliche im Christlichen Jugenddorfwerk Berlin. Seit 1996 lebt und schreibt sie in Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Entstanden sind unter anderem das Kinderbuch „Die Abenteuer um das geheimnisvolle Tulip“ sowie 2009 bis 2015 als gemeinsame Projekte mit der Malerin Margret Heydolph und Schulkindern die „Neubrandenburger Märchenkunstbücher“ und ein Riesenleporello.

Margarete Heydolph, (Jahrgang 1947) lebt in Neubrandenburg und besuchte die Spezialschule für Künstlerische Textilgestaltung, Malerei und Grafik. Seit 1991 ist sie freiberuflich tätig und hatte Ausstellungen u. a. in Berlin, Paris und Brüssel. Heydolph lehrt an der Volkshochschule Neubrandenburg und führt Kreativprojekte mit langzeitarbeitslosen Jugendlichen und Erwachsenen durch.

Friedrich-Bödecker-Kreis in Mecklenburg-Vorpommern e.V. | Arno-Holz-Straße 01 | 18057 Rostock | mail@boedecker-mv.de | Datenschutz